Erinnerungen an Portugal

Privatbesitz Teresa Enke

Robert und Teresa Enke waren bemüht, umgehend die portugiesische Sprache zu lernen. Robert Enke gab bereits nach vier Monaten bei Benfica Lissabon seine erste Pressekonferenz. »Fodes!«, stand am nächsten Tag auf den Titeln der Zeitungen. Die Fernsehnachrichten wiederholten die Szene wieder und wieder, Robert Enke auf dem Podest hinter den Mikrofonen, wie ihm ein bestimmtes Wort partout nicht einfiel, wie er die Stirn in die Hand legte und zischte: »Fodes!« Die Portugiesen lachten und freuten sich königlich. »Fodes« heißt frei übersetzt so viel wie »Scheiße«, und für die Portugiesen war klar: Wer fluchen konnte wie sie, war einer von ihnen.

Bild 4 | Fotografie – Palácio Fronteira

Zu Beginn ihrer Zeit in Lissabon zogen Teresa und Robert Enke in den »Palácio Fronteira«. Im »Palácio«, wie sie ihr Heim fortan nannten, konnte man sich wie der Marquis fühlen, auch wenn man nur im Gästehaus wohnte. Es gab mehr Bäder als in der ihrer Mönchengladbacher Wohnung Zimmer; sechs. Die Gartenmauern waren mit blauweißen azulejos gekachelt, die Motive kündeten von Ritterschlachten und trompetenden Affen.

Bild 8 | Fotografie – PETA-Kampagne auf einer Treppe vor dem Haus »Palácio« mit Hund Vincent

Die Hunde brachte ihm seine Frau Teresa ins Haus. Während ihrer Zeit in Lissabon engagierte sich auch Robert Enke erstmals in Tierheimen – und sah, wie die Hundegemeinde im eigenen Haus auf neun Tiere anwuchs. Der Tierschutzorganisation PETA half er in mehreren Kampagnen. Auf einem der PETA-Fotos posiert er mit dem kleinen Vincent, den Teresa und er im Jahr 2000 in Lissabon aufnahmen, und der noch heute bei Teresa lebt.

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